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Allgemeine Information

KircheDie Pfarrkirche und die Pfarrer zu Sooß An der Nordseite des Ortes steht auf der weiten Ebene, die sich vor dem Wienerwaldzug ausbreitet, die als Festung ausgebaute Kirche. Sie hat über dem Osttor einen schweren, dreistöckigen Turm und wird kreisförmig von der Friedhofsmauer und einer zweifachen Umwallung umsäumt.

Die Mauern des Kirchturmes sollen Überreste eines römischen Wachturmes gewesen sein und später für den Bau der Kapelle bzw. der Kirche Verwendung gefunden haben. Der innere Graben ist 7-8 m breit und 2 m tief, die innere Böschung ist mit der Friedhofsmauer abgeschlossen; er führte Wasser, bis er im Dezember 1938 zugeschüttet wurde. Der Innenwall bildete die Hauptverteidigungslinie. Er ragte etwa 1 m über den Boden des Friedhofs empor und hat im Südosten eine Kronenbreite von 4 m, im Nordosten sogar eine solche von 8 m, ein ungewöhnliches Ausmaß, das sich wohl nur durch die Zusammenlegung eines Doppelwalles erklären läßt. Das nordwestliche Stück ist eingeebnet, da hieher ein Teil des Friedhofes verlegt wurde. Der zweite Graben ist im Osten 1 m tief, auf den übrigen Seiten aber abgeflacht, der Verlauf des Außenwalles ist stellenweise nur durch eine schwache Anschwellung im Boden erkennbar. Die Lage des Werkes ist militärisch nicht sehr günstig, da das flache Gelände von allen Seiten Angriffsmöglichkeiten bietet. Die Ähnlichkeit mit den Ringwällen läßt vermuten, daß hier eine ältere Anlage bestanden hat, in die die Kirche eingebaut wurde.

Die Art, wie Wall und Graben geführt sind, beweist aber, daß Erdwerke mit den Mauerwehren eine Einheit bildeten und zugleich mit diesen angelegt worden sind. Die Entstehung der Kirche fällt in den Beginn des 14. Jahrhunderts. Sie wurde im frühgotischen Stil erbaut, wie bereits erwähnt, mit Mauern und einem Graben umgeben und vermutlich 1319 mit einem Wehrturm versehen. Eine Urkunde des Stiftes Melk aus diesem Jahre besagt, daß das Stift Klein Mariazell, das auch die Grundherrschaft sowie die Ortsobrigkeit in Sooß besaß, auf alle Abgaben verzichte, falls im Orte eine eigene Kapelle gebaut werde. Diese Verzichtserklärung hat der damalige Abt des Stiftes Klein Mariazell Hermod auf Betreiben des Abtes Ulrich von Melk, der das Patronat von Baden innehatte - Sooß gehörte zur Pfarre Baden -, abgegeben. Damit erscheint der Kirchenbau im Orte im Jahre 1319 hinreichend belegt zu sein. 1312 entstand die Pfarre und war bis zum Jahre 1783 eine Filiale von Baden. Dies ist aus einem Visitationsbericht ersichtlich, der besagt, daß der Pfarrer von Baden einen eigenen Kaplan für Sooß angestellt habe und als Ersatz für die gemachten Auslagen jährlich 18 Pfund Pfennige erhalte. Die Kirche ist der heiligen Anna geweiht. Sie besteht aus einem einschiffigen Langhaus mit zwei quadratischen Jochen und besitzt gotische Kreuzgewölbe und Korbbogenfenster. Das Gotteshaus wurde in den späteren Jahrhunderten umgestaltet und weist barocke Veränderungen auf. Das Presbyterium ist quadratisch angeordnet und liegt unter dem Turm.

Die Fassade besteht aus einer glatten Mauer mit niedrigen Strebepfeilern. Der Turm hat eine achtseitige Helmspitze und ist mit Weißblech eingedeckt. Zwischen der Kirche und der Wehrmauer befindet sich der Friedhof. Sehenswert darin ist das schmiedeeiserne Kreuz des Glockengießers Andreas Klein aus Wien, der ein Wohltäter der Kirche war und im Jahre 1786 hier starb. Neben diesem Friedhof ist der sogenannte Cholerafriedhof angelegt. In ihm sind die im Jahre 1831 an Cholera gestorbenen Sooßer begraben, desgleichen ruht dort unter anderen der große Afrikaforscher Prof. Dr. Oskar Lenz. 1683 wird die Kirche als Zufluchtsort beim Herannahen der Türken bezeichnet. Die Bewohner brachten ihre Habe dorthin. Der Kirchturm diente als Beobachtungsturm. Wie bereits angeführt, wurde im Jahre 1783 eine Lokalie errichtet und Sooß erhielt seit dieser Zeit seine eigenen Pfarrer. (Auszug aus der Chronik "750 Jahre Sooß")

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